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Hermann Brill

Hermann Brill

Hermann Brill wurde am 9. Februar 1895 in Gräfenroda/Thüringen geboren und starb 1959 in Wiesbaden. Er ist heute – zu Unrecht – ein weithin in Vergessenheit geratener deutscher Politiker des 20. Jahrhunderts, der sich im Kampf gegen die Nationalsozialisten und im Aufbau der parlamentarischen Demokratie verdient gemacht hat.

Hermann Brill trat 1922 in die SPD ein, nachdem er vier Jahre Mitglied der USPD war.

Von 1920 bis 1932 war er Mitglied des Thüringer Landtags, 1932 des Deutschen Reichstages. Von 1933 bis 1945 war er Angehöriger verschiedener Widerstandsgruppen gegen die Nazidiktatur, wurde seit 1933 wiederholt verhaftet und wegen Hochverrats am Naziregime zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt. Als Führungsfigur der politischen Häftlinge saß er im Zuchthaus Brandenburg, Görden und im Konzentrationslager Buchenwald ein. Nach der Befreiung des Konzentrationslagers am 11. April 1945 verfasste er das “Buchenwalder Manifest der demokratischen Sozialisten”.
Im Mai 1945 baute er den “Bund demokratischer Sozialisten” in Thüringen auf. Dieser mündete in der Gründung der Thüringer SPD, deren Landesvorsitzender Hermann Brill wurde. 1948 war Hermann Brill an der Verfassungsgesetzgebung der Bundesrepublik beteiligt. Von 1949 bis 1953 war er Mitglied des ersten Deutschen Bundestages, u.a. tätig im Auswärtigen Ausschuss, im Rechts- und Verfassungsausschuss und im Berlin- und Gesamtdeutschen Ausschuss.

1953 setzte er das erste Bundesentschädigungsgesetz für politisch, rassisch und religiös Verfolgte durch und brachte die Bundesrepublik in die Interparlamentarische Union.