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Jena · Freitag, 25.11. von 18:00 Uhr bis 20:00 Uhr · Diskussionsforum

Vor fast 100 Jahren hat Max Weber in "Wissenschaft als Beruf" die universitäre Karriere als "Hazard" bezeichnet: "Gewiss: nicht nur der Zufall herrscht, aber er herrscht doch in ungewöhnlich hohem Grade." Dabei ist es offenbar geblieben. So stellte die Bundesregierung fest, dass für junge Wissenschaftler die nahe berufliche Zukunft kaum planbar sei. Mit der Novelle des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes, die im März 2016 in Kraft trat, soll daher das viel kritisierte Übel unsachgemäßer Kurzbefristungen vermieden werden.
2014 hat der Wissenschaftsrat in seinen "Empfehlungen zu Karrierezielen und -wegen an Universitäten" Vorschläge für weitreichende Reformen unterbreitet. Die Stellenstruktur soll so umgestaltet werden, dass schrittweise 7.500 neue Professuren entstehen. Der Anteil von Tenure-Track-Professuren soll bis 2025 20 % betragen. Ein Programm von Bund und Ländern für den wissenschaftlichen Nachwuchs, das zunächst 1000 neue Stellen schaffen soll, wurde jetzt beschlossen. Auch für die Fachhochschulen gibt es Forderungen nach einem "career track", der eine Beschäftigung an der Hochschule mit einer gleichzeitigen Berufstätigkeit in der Praxis verbindet, um für eine Professur an einer FH zu qualifizieren. Der Wissenschaftsrat will dazu noch im Herbst 2016 Empfehlungen vorlegen.

Diese Vorschläge stellen alle Beteiligten vor große Herausforderungen. Von Bund und Ländern wird erwartet, für einen solchen Umbau mehr Mittel zur Verfügung zu stellen. Die Universitäten sollen eine solche Reform gegen die Befürworter des traditionellen "Lehrstuhl-Modells" durchsetzen. Es wird befürchtet, dass Professoren in Zukunft nicht mehr über eine ausreichende personelle Ausstattung verfügen.

Was also ist zu tun? Welchen Beitrag können die Länder neben den notwendigen gesetzlichen Regelungen für den tenure track (die es in Thüringen bereits gibt) leisten? Reichen die Novelle des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes und das Programm für den Wissenschaftlichen Nachwuchs aus? Gibt es die notwendigen Karrierekonzepte der Hochschulen überhaupt schon?

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftsforum der Sozialdemokratie Mitteldeutschland e.V..

Adresse:

Historisches Rathaus Jena
Markt 1
07743 Jena

Ansprechpartner:

Eva Nagler ([email protected])