Veranstaltungskalender

1970
Mo Di Mi Do Fr Sa So
 
13141516171819
20212223242526
272829303112
3456789
10111213141516

Veranstaltungsprogramm

Quartalsprogramm der FES als PDF

Verteiler

Verteiler

Kultur, Medien und Zeitgeschichte

Veranstaltungen zu diesem Thema

Alle Veranstaltungen

Thal · Freitag, 24.03. von 17:30 Uhr bis 19:00 Uhr

Der unter dem Namen Kapp-Lüttwitz-Putsch bekannte Umsturzversuch kann wohl als einer der wichtigsten Zäsuren in der Geschichte der Weimarer Republik gelten. Weithin bekannt sind die Ereignisse des 13. März 1920, als General Walther von Lüttwitz am frühen Morgen an der Spitze der ihm unterstehenden Marinebrigade Ehrhardt das Berliner Regierungsviertel besetzte und seinen Mitverschwörer Wolfgang Kapp zum Reichskanzler ernannte.
Der Putschversuch wurde nach nur vier Tagen beendet. Gegen einen ausgerufenen Generalstreik, der zum Zusammenbruch der öffentlichen Dienstleistungen führte, waren die Putschisten machtlos. In Sachsen, Thüringen und dem Ruhrgebiet wurde von der starken Arbeiterbewegung wiederum versucht, den Generalstreik in eine proletarische Revolution auszuweiten.

Es ist zur Tradition geworden, sich jedes Jahr auf dem Thaler Friedhof zu versammeln, um jenen 15 Arbeitern aus Thal zu gedenken, die am 25. März 1920 von Mitgliedern des Marburger Studentenkorps bei Mechterstädt hinterrücks ermordet wurden. Ihr "Verbrechen" bestand darin, dass sie den Aufruf der damaligen Landesregierung des Freistaats Gotha vom 13. März befolgten und in Thal eine Arbeiterwehr zum Schutze ihres Heimatortes bildeten.
Neben dem Gedenken an die Ermordeten soll auch der Frage nachgegangen werden, welche Rolle dem zivilen Widerstand gegen Rechtextremismus in der Gegenwart zukommt und ob beide Dinge miteinander vergleichbar sind. Mit dem pessimistisch-satirischen Lesetheater "Alles kaputtsch!!" werden die turbulenten Ereignisse des Kapp-Putsches nochmal in Erinnerung gerufen. Welche neuen Erkenntnisse zu den damaligen Ereignissen gibt es und welche Schlussfolgerungen können daraus gezogen werden? Diesen und anderen Fragen möchten wir in der Diskussion im Nachgang an die Gedenkveranstaltung auf dem Thaler Friedhof nachgehen.

Adresse:

Heimatstube Thal
Dorfstraße 1
99843 Ruhla OT Thal

Ansprechpartner:

Paul Pasch (erfmail@fes.de)

Gotha · Freitag, 24.03. von 19:00 Uhr bis 21:00 Uhr · Vortrag und Diskussion

1917 ist ein Schlüsseljahr der Weltgeschichte. Das lange 19. Jahrhundert endete in der Urkatastrophe des Ersten Weltkrieges. Das "Zeitalter der Extreme" schloss sich an und endete 1992 mit der Auflösung der Sowjetunion.

Ein Jahrhundert nach der Revolution sind tradierte Verweise auf die "welthistorische Bedeutung der Oktoberrevolution" aus programmatischen Dokumenten linker Parteien gestrichen und der von W. I. Lenin begründeten Weltanschauungspartei "neuen Typs" eine Absage erteilt worden. Worin besteht heute die "enorme symbolische Bedeutung der Revolution für Russland und für die Welt"? Orlando Figes schloss sein Buch über "100 Jahre Revolution" mit der These: "Es wird viele Jahrzehnte dauern, bis die Russen von den sozialen Traumata und Pathologien des kommunistischen Regimes geheilt sind. Politisch gesehen mag die Revolution tot sein, aber sie lebt weiter im Geist jener Menschen, die von ihrem hundertjährigen Zyklus der Gewalt erfasst wurden."

Keineswegs war die russische Linke anfangs eine homogene Bewegung, welche nur einen alternativlosen Weg zum politischen und sozialen Systemwechsel kannte: "1917 trennten sich die Wege der marxistischen Strömungen in Rußland. Während die Bolschewiki erklärten, im Namen des Proletariats eine Diktatur zu errichten, machten sie die Arbeiterklasse zum Untertan der Partei. Ihre Kontrahenten in der SDAPR [Sozialdemokratische Arbeiterpartei Russlands], die Menschewiki, definierten sich immer nachdrücklicher als Anhänger des demokratischen Sozialismus" (Hedeler). Sowohl W. I. Lenin als auch G. W. Plechanow beriefen sich auf Marx und Engels, hatten jedoch konträre Auffassungen über den ´richtigen` Weg zum Sozialismus.

Vortrag von und Diskussion mit
Dr. Tatjana Filimonova, Direktorin des Plechanow-Haus in St. Petersburg
Dr. Wladislaw Hedeler, Historiker und Publizist

Moderation
Henry Bernhard, Thüringen Korrespondent Deutschlandfunk

Schlusswort
Matthias Hey, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Thüringer Landtag

Adresse:

Tivoli Gotha
Am Tivoli 3
99867 Gotha

Ansprechpartner:

Paul Pasch (erfmail@fes.de)

Erfurt · Mittwoch, 29.03. von 20:00 Uhr bis 21:30 Uhr · Lesung

Wolf Wagner, aus Westdeutschland stammend, ist in Thüringen kein Unbekannter. Von 1991 bis 2009 war er an der Fachhochschule Erfurt als Professor tätig, 2001 bis 2005 war er ihr Rektor.

Nun hat er seine Autobiographie geschrieben mit dem Titel "Ein Leben voller Irrtümer. Autobiographie eines prototypischen Westdeutschen." Er behauptet nämlich, dass Westdeutschland in der Nachkriegszeit, als er aufgewachsen ist, noch so tief in Nationalsozialismus und engstirniger Kirchlichkeit steckte, dass der Weg aus dieser festgefrorenen Zeit nur als ein Weg von Versuch und Irrtum möglich war. Und selbstverständlich überwogen die Irrtümer, aber mit oft wunderbaren und produktiven Folgen. Seine höchstpersönliche Geschichte erzählt er als die subjektive Ausprägung der Geschichte Westdeutschlands. Bei der Frühlingslese in Erfurt wird er von den Irrtümern in seiner Erfurter Zeit lesen.

Wolf Wagner studierte von 1963 bis 1969 Geisteswissenschaften und Politische Wissenschaften in Tübingen, Bonn und Berlin. 1976 promovierte er mit summa cum laude zum Dr. rer. pol. an der Freien Universität Berlin. Nach seiner Habilitation 1979 war Wagner als Heilpraktiker tätig und wurde 1992 zum Professor für Sozialwissenschaften an die Fachhochschule Erfurt berufen. Auf seinen mehrmonatigen Studienreisen untersuchte er unter anderem die alltagskulturellen Auswirkungen der Globalisierung. Als Autor bleibt Wolf Wagner auch nach seinem Ruhestand 2009 aktiv. Zu seinen bekanntesten Publikationen gehören "Uni-Angst und Uni-Bluff heute. Wie Studieren und sich nicht verlieren" sowie "Tatort Universität: Vom Versagen deutscher Hochschulen und ihrer Rettung".

Diese Lesung wird in Kooperation mit dem Erfurter Herbstlese e.V. ausgerichtet. Die Karten zum Preis von EUR 7,90 / ermäßigt EUR 5,90 können Sie an allen bekannten Vorverkaufsstellen oder im Internet erwerben. Weitere Informationen zur Frühlingslese 2017 finden Sie unter www.herbstlese.de

Adresse:

Haus Dacheröden
Anger 37
99084 Erfurt

Ansprechpartner:

Paul Pasch (erfmail@fes.de)

Weimar · Sonntag, 02.04. von 11:00 Uhr bis 13:00 Uhr · Lesung

Willy Brandt und Helmut Schmidt gehören zu den beliebtesten Politikern der Deutschen. Beides führende Sozialdemokraten und doch hätten sie gegensätzlicher kaum sein können. Einerseits politische Weggefährten, andererseits bei zukunftsweisenden Entscheidungen Rivalen und Gegner.

Die jüngst erschienene Edition mit dem Briefwechsel zwischen Willy Brandt und Helmut Schmidt aus den Jahren 1958 - 1992 umfasst 717 Briefe, die damit erstmals vollständig vorgelegt worden sind.

Das Buch bietet neue Einblicke in das persönliche Verhältnis von zwei herausragenden Sozialdemokraten und Staatsmännern. So unterschiedlich ihre Sozialisation, ihr Politikverständnis und ihr Führungsstil auch waren - beide verband neben mancher Rivalität eine jahrzehntelange Partnerschaft, deren Höhen und Tiefen sich in dem Briefwechsel facettenreich widerspiegeln.

Ihre politischen Differenzen und Kontroversen über die eigene Partei und deren Regierungspolitik, über die Nachrüstungsfrage sowie den Umgang mit der Ökologie- und Friedensbewegung machen den besonderen Reiz dieser aufschlussreichen Korrespondenz aus.

Buchvorstellung: Dr. Meik Woyke, Herausgeber des Briefwechsels von Willy Brandt und Helmut Schmidt.
Gesprächsleitung: Prof. Dr. Dietmar Herz, Professor an der Universität Erfurt
Lesung ausgewählter Briefe durch die Schauspieler Ullrich Reuscher und Alexander Terhorst.

Diese Lesung findet im Rahmen der Frühlingslese 2017 statt und wird in Kooperation von Friedrich-Ebert-Stiftung und Erfurter Herbstlese e.V. ausgerichtet. Die Karten zum Preis von EUR 7,90 / ermäßigt EUR 5,90 können Sie an allen bekannten Vorverkaufsstellen, im Internet oder an der Abendkasse erwerben. Weitere Informationen zur Frühlingslese 2017 finden Sie unter: www.herbstlese.de .

Adresse:

Deutsches Nationaltheater
Foyer 1
Theaterplatz 2
99423 Weimar

Ansprechpartner:

Paul Pasch (erfmail@fes.de)

Suhl · Dienstag, 23.05. von 19:00 Uhr bis 21:00 Uhr · Lesung

Angela Marquardt zeigt in ihrem Buch, wie die Staatssicherheit Kinder und Jugendliche systematisch und skrupellos missbrauchte. Es ist aber auch eine Geschichte darüber, wie man sich von seiner Vergangenheit befreien kann.
Die Wende ist für Angela Marquardt ein Glücksfall. Durch einen Zufall gerät die junge Punkerin aus Greifswald in die Politik. In der PDS macht sie schnell Karriere, wird mit 25 stellvertretende Parteivorsitzende und später Bundestagsabgeordnete. In Berlin kann sie endlich Abstand von den schwierigen Familienverhältnissen gewinnen, aus denen sie kommt. Doch 2002 platzt die Nachricht in ihr Leben: Es sind Auszüge aus einer Stasi-Akte gefunden worden, in denen sie sich im Alter von 15 Jahren zur Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Staatssicherheit verpflichtet. Während eine öffentliche Hetzjagd auf die Politikerin beginnt, versucht sie, Erinnerungen wiederzufinden. Nach Differenzen verlässt sie die PDS, tritt später in die SPD ein. Aber die Gespenster der Vergangenheit lassen sie nicht los. Als sie eines Tages zufällig jenem Mann begegnet, der früher ihr "Führungsoffizier" war, fasst sie einen Entschluss: Sie will die ganze Geschichte erzählen. Anhand ihrer Erinnerungen, ihrer eigenen Akte und anderer Dokumente rekonstruiert Angela Marquardt, was damals wirklich geschehen ist
Suhl war als Bezirkshauptstadt in der DDR ein administratives Zentrum, in dem u.a. die Bezirksleitung der SED sowie die Dienststellen der Staatssicherheit und die Offiziershochschule "Rosa Luxemburg" der Grenztruppen der DDR Arbeitgeber waren.

Adresse:

Buchhaus Suhl
Friedrich-König-Straße 22
98527 Suhl

Ansprechpartner:

Eva Nagler (erfmail@fes.de)