Veranstaltungen am Montag, 15.06.2015
Nach der Rebellion: Perspektiven für einen nachhaltigen Frieden in Mali
Internationaler Dialog, Europäische Einheit und Globalisierung
Im westafrikanischen Mali haben Regierung und verschiedene Rebellengruppen am 15. Mai 2015 in der Hauptstadt Bamako einen Friedensvertrag unterzeichnet. Das Abkommen soll nach der jüngsten multidimensionalen Krise nicht nur dem Norden des Landes mehr Autonomie geben, sondern auch eine nationale Versöhnung ermöglichen.
Die Rebellen verpflichten sich im Gegenzug, die Souveränität der Regierung von Präsident Ibrahim Boubakar Keita anzuerkennen. Jedoch verweigerten mehrere in der "Koordination der Bewegungen des Azawad" (CMA) zusammengeschlossenen Rebellengruppen ihre Unterschrift. Beobachter_innen glauben, dass damit die Umsetzung des Abkommens und Malis Rückkehr zu Frieden und Stabilität erschwert wird.
Der Friedensvertrag war das Ergebnis achtmonatiger Verhandlungen in Algier, die u.a. unter Vermittlung der Vereinten Nationen, der Afrikanischen Union, der Gemeinschaft Westafrikanischer Staaten sowie der Europäischen Union zustande kamen. Entsprechend wurde die Unterzeichnung des Abkommens von Außenminister Frank-Walter Steinmeier begrüßt.
Nach einem Militärputsch im März 2012 hatten Tuareg-Rebellen und danach Dschihadisten-Gruppen in weiten Teilen Nordmalis die Herrschaft übernommen. Erst durch ein Eingreifen Frankreichs im Januar 2013 konnten die Dschihadisten zurückgedrängt und die nordmalischen Regionen befreit werden. Gleichwohl verüben Aufständische weiterhin Anschläge nicht zuletzt auf die UN Friedensmission MINUSMA.
Angesichts wachsender politischer, wirtschaftlicher und sozialer Herausforderungen stellt sich die Frage, welche Perspektiven der Friedensvertrag Mali bietet und welche Auswirkungen sich auch für Erfurts Partnerstadt Kati ergeben?
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